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24 März 2017IDM

Klimafreundlich, stylisch und komfortabel: Südtirols Holzhäuser erobern Europa

Die Holzhäuser von Rubner – eine Symbiose aus Nachhaltigkeit, modernem Design und Wohnkomfort. Ein Blick auf eine Südtiroler Erfolgsstory.

Holzhausbau in Südtirol, im Herzen der Alpen? Wohl einige würden hierbei eher an die klassisch-rustikale Almhütte denken statt an moderne Wohnästhetik und innovative Technik. Rubner Haus, das Südtiroler Traditionsunternehmen aus Kiens im Pustertal tritt diesem Klischee mit energischem Innovationsgeist entgegen. Bestehend aus ca. 1500 Mitarbeitern und einem Vertriebs- und Produktionsnetz, dass sich mittlerweile über sechs weitere europäische Staaten erstreckt, fertigt der italienische Marktführer im Holzbau klimafreundliche, komfortable und energieeffiziente Holzhäuser mit innovativer Technik und  modernen Design an. Auch in Österreich und Deutschland ist Rubner mittlerweile aktiv, sowohl im Vertrieb als auch in der Produktion. Und das nicht ohne Grund. Laut dem Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) konnte die Holzfertigbauweise im Jahre 2015  allein in Deutschland ihren Marktanteil bei den Ein- und Zweifamilienhäusern auf 17 Prozent steigern. Der Fertigbauanteil lag demnach so hoch wie noch nie.

Dass Rubner seinen Kundenkreis schon längst über die Grenzen Südtirols hinaus erweitert hat, zeigen auch besondere Objekte wie der Holzaussichtsturm Pyramidenkogel in Keutschach am Wörthersee.

Holz als Lebensgefühl - natürlich, nachhaltig, designaffin 

Bei Rubner Haus ist Holz nicht nur Baumaterial, sondern wird zum Inbegriff eines LebensgefühlsBesonders die jüngeren Bauherren der 30 bis 40- Jährigen, mit dem Wunsch nach natürlichen Wohnformen und einem nachhaltigen Lebensstil, entscheidet sich immer häufiger für ein Eigenheim aus Holz.

Oft fällt die Entscheidung für diese Bauform während eines Besuchs im Rubner Center in Kiens. Hier befindet sich der Musterhauspark des Unternehmens auf 10.000 Quadratmetern inmitten der Alpen, umrahmt von grünen Berghängen, in dem jeder Rubners Wohnwelt aus Holz hautnah erleben können. „Die Leute kommen hierher, sehen, riechen, fühlen und erleben unsere Holzhäuser und das Wohngefühl, das diese erzeugen, auf eine besondere Art und Weise. Dieses Gefühl kann der normale Online-oder Printkatalog nicht vermitteln“, sagt Georg Birkmaier, Geschäftsführer von Rubner Haus. Die angenehme Akustik und die Wärme, die vom Holz ausgeht, überzeugt die meisten Besucher vor Ort sofort. “Wenn man das Holz anfasst, merkt man: Es ist nicht kalt. Denn Holz ist ein erstklassiger Dämmstoff.” – erklärt Matthias Willeit, Berater bei Rubner Haus. Hinzu kommen die modernen, schlicht-eleganten und geraden Formen vieler der ausgestellten Musterhäuser,  oft in dunklen und matten Tönen gehalten, die vor allem die  designbewussten Käufer ansprechen.

Und auch die Faktoren Klimaschutz und Nachhaltigkeit kommen bei Rubner Holzhäusern nicht zu kurz. Birkmaier bestätigt: "Der Wald wächst schneller nach, als Holz von uns geerntet und verwertet wird." Außerdem entlastet 1 Kubikmeter dieses Baustoffs die Atmosphäre um 1 Tonne CO₂. Um das Material für ein komplettes Rubner-Haus zu transportieren benötigt man lediglich 3 Lastwagen-Ladungen -  verglichen mit 20 LKW-Ladungen wie bei Häusern in herkömmlicher Mauerwerkbauweiseeine enorme Kraftstoff- und Emissionseinsparung. Und auch die Bearbeitung des Holzes trägt zur guten CO2-Bilanz bei: mit den Neben- und Reststoffen der Produktion kann durch thermische Verwertungsverfahren sogar noch Energie gewonnen werden.  Damit wurde das Unternehmen aus Kiens Partner der KlimaHaus Agentur Bozen für die energetische Zertifizierung von Gebäuden.

Häuser aus Holz in den verschiedensten Ausführungen

Rubner bietet ein breites Spektrum an Fertighäusern an, anfertigt nach verschiedenen Holzbauweisen. Da gibt es zum Beispiel das Rubner Blockhaus, das mit seinen nach außen hin sichtbaren Holzbalken noch am ehesten an den traditionellen, alpenländischen Holzbaustil erinnert; das System Casablanca, eine Verbindung von Blockhaus-Wandaufbau und individueller Außenverkleidung; oder das Rubner System Residenz, der Riegelbau, der vor 20 Jahren als erstes Niedrigenergiehaus auf den Markt kam.

Dabei müssen nicht alle Häuser ähnlich ländlich oder altbacken aussehen: der Hersteller bietet für jede Umgebung und Geschmack ein System in der passenden Holzbauweise. Wer es klassisch-alpin mag, ist bei dem Blockhaus-System gut aufgehoben, denn es erlaubt mit den sichtbaren Holzbalken eine zeitgemäße Interpretation von traditioneller Bauweise der Bergregion. Mischformen aus Holz- & Putzoptik ermöglicht die Reihe Casablanca, während Liebhaber von moderner Optik im System Residenz das optimale Produkt finden. Es kombiniert einen hochmodernen Kern aus verschiedenen Naturmaterialien und kam 1997 als eines der ersten Niedrigenergiehäuser auf den Markt.

Was alle Rubner Fertighäuser gemeinsam haben: Sie sind umweltschonend, energieeffizient, komfortabel und sogar Erdbebensicher.

Rubner Häuser werden komplett aus Tannenholz gefertigt. Dabei haben die Pustertalereine innovative und mittlerweile patentierte Technik entwickelt welche, aufbauend auf traditionellen Baustandards, komplett auf Hilfsmaterialien wie Nägel oder Kleber verzichtet. Stattdessen wird mit völlig unbehandeltem, ökologischem Holz gearbeitet, dessen natürliche quellende Eigenschaften nutzt, um die Holzteile in sogenannten Holz-Holz-Verbindungen sicher und beständig zu verzahnen.

Innovation auch auf der Baustelle

Der Baustoff Holz birgt aber noch weitere Vorteile, erklärt Matthias Willeit: "Alle Bestandteile unser Häuser erreichen bereits fertig die Baustelle: mit Türen, Fenstern, Fensterbänken, sogar mit Grundputz und Außenwanddämmung. Innerhalb weniger Tage, maximal einer Woche steht ein Rubner Haus, denn der Großteil der Arbeit findet bereits in unseren Werkhallen statt." Dieses System ermöglicht nicht nur Rekordzeiten beim Aufbau der Fertighäuser, sondern auch die Berechenbarkeit zweier Schlüsselfaktoren: Zeit und Geld. Kostspielige und zeitraubende Überraschungen auf dem Bau sind äußerst unwahrscheinlich. Selbst an den nötigen Platz für Installationen ist bei den vorgefertigten Wänden bereits gedacht. Und auch die Kosten können sehr genau vorausberechnet werden, denn jedes Bauprojekt basiert auf den bereits vorgefertigten Einzelteilen.

Dass Rubner bei allen Produktionsschritten auf Innovation setzt, zeigt sich auch daran, dass der italienische Marktführer in ein enges, regionales und branchenübergreifendes Netzwerk innovationsfreudiger Unternehmer eingebunden ist - sicherlich einer der Faktoren, die Südtirol zu einem Top-Wirtschaftsstandort machen. Im Jahr 2011 wird Rubner Teil des Projekts Build4Future, einem durch das Fraunhofer Innovation Engineering Centerins Leben gerufenene Projekt, welches durch die Provinz Bozen gefördert wurde. Wissenschaftlich begleitet wurde die Initiative  durch regionale Forschungspartner wie die Fakultät für Naturwissenschaft und Technik der Freien Universität Bozen, die KlimaHaus Agentur und der TIS Innovationspark. Schwerpunkt der dreijährigen Initiative war es, mit einem Netzwerk kleiner und mittelständischer Unternehmen der Südtiroler Bauwirtschaft, zukunftsweisende Methoden und Strategien für die Industrialisierung handwerklich geprägter Prozessstrukturen zu entwickeln. Ziel des Projekts: Wirtschaftlich nachhaltiges Bauen durch effizientere Produktionsabläufe und technische sowie organisatorische Innovation ermöglichen -  und das für die gesamte Bauabwicklung.


Eine Geschichte von Vorreitern

Der Werdegang des Unternehmens ist geprägt durch die generationsübergreifende Innovationsfreude der Rubners - eine Familie von Vordenkern, die es gewöhnt ist, Herausforderungen mit kreativen Lösungen zu begegnen[AD(S2] . Angefangen hat die Erfolgsgeschichte der Unternehmensgruppe vor 90 Jahren, im Jahre 1926, als Unternehmensgründer Josef Rubner auf dem Schönbrothof im Pustertal an den Ufern des Rienz, ein Wasser-Sägewerk eröffnete. Heute ist das Sägewerk von damals eine Holding und Marktführer der Branche, mit einem Umsatz von 415 Millionen Euro, davon 55 % im Ausland, 22 Niederlassungen, 13 davon Produktionsstätten angesiedelt zwischen Italien, Österreich, Deutschland und Frankreich. Der Schwerpunkt auf Forschung und Innovation ist eine Konstante in der Entwicklung des Unternehmens, dessen Ziel es heute ist, ökologische und komfortable Holzhäuser zu bauen, ohne dass auch nur ein einziger Ziegel zum Einsatz kommen muss. Der große Wendepunkt erfolgt im Jahr 1966, als das Unternehmen mit der Produktion von Blockhäusern beginnt, und das Dank des guten Gespürs des Visionärs Hermann Rubner und seiner Brüder Paul und Pepe, die zusammen das Unternehmen in zweiter Generation führten. Heute steht bereits die dritte Generation an der Spitze der Gruppe, mit Peter Rubner, dem aktuellen Vorsitzenden, sowie Stefan, Joachim und Alfred.

Ohne Zweifel  ist Rubner ein Familienunternehmen durch und durch. Dennoch hat die Gruppe seinen Aktionsspielraum im Laufe der Zeit stark erweitert und deckt heute die gesamte Produktionskette im Holzbau ab, vom Ernten der Tannen und der Fertigung der Hausteile bis hin zur Verwirklichung prestigeträchtiger Großprojekte. “Die vertikale Ausrichtung der Gruppe Rubner garantiert  Schnelligkeit, Kontinuität, Qualität und Kosteneinsparungen, dank des Skaleneffekts“, so Andreas Webhofer von Rubner Haus.

Fact Sheet

Die Saga einer „Innovatorenfamilie“

Vor 90 Jahren nimmt die Geschichte der Rubner Gruppe ihren Anfang: 1926 baut Josef Rubner Senior in Kiens im Pustertal, Teil der Provinz Bozen, ein mit Wasserkraft angetriebenes Sägewerk. Genau 40 Jahre danach, im Jahr 1966, beginnt in Kiens die Produktion der Rubner Holzblockhäuser, die nach traditioneller Holzbauweise gefertigt werden. Zwei Jahre vorher hatte das Unternehmen bereits mit der Produktion von Holztüren begonnen.

Expansion ins Ausland 

Die Rubner Gruppe beginnt zu wachsen und sich zu strukturieren. 1974, mit Beginn der Produktion von Brettschichtholz, wird die Firma Holzbau in Brixen (Provinz Bozen) gegründet und 1985 beginnt in Kiens die Produktion der „Rubner Residenz“, dem ersten Niedrigenergiehaus. Im Jahr 1990 wird für die Märkte Süditalien und Mittlerer Osten der Produktionsstandort Holzbau Sud in Calitri (Avellino) eröffnet, und 1994 übernimmt Rubner die Firma Nordpan in Olang (Provinz Bozen). 1996 kommt es zur Übernahme der Rubner Holzindustrie in Lafnitz in der Steiermark (Österreich), anschließend ausgebaut zu einem modernen Sägewerk, das aus dem Rohstoff Holz Halbfabrikate für die Rubner Produkte fertigt. 2002 nimmt das Brettschichtholzwerk Nordlam in Magdeburg (Deutschland) den Betrieb auf und mit der Übernahme der Firma Glöckel Holzbau in Ober-Grafendorf (Österreich) im Jahr 2006 wird die Produktion schließlich noch verdoppelt. 2008 wird das Massivholzplattenwerk in Strassen, Tirol (Österreich) eröffnet, und ein Jahr später das Nordlam Abbundzentrum in Magdeburg. 2012 wird der Produktionsstandort „Nordlam 2.0“ eingeweiht. Zwischen 2010 und 2012 eröffnet Rubner Vertriebs – und Beratungsstandorte in der Schweiz, in Slowenien, Frankreich, Polen und Deutschland.

Schlüsselfertige Großprojekte

2007 wird Rubner Objektbau gegründet und beginnt mit der Realisierung von schlüsselfertigen Großprojekten in Holzbauweise, bei der das Unternehmen als Generalunternehmer agiert. Einige dieser Holzbauten in großem Stil: Der Aussichtsturm Pyramidenkogel in Keutschach am Wörthersee (Österreich); 43 Holzbauten für die Expo Mailand 2015; die Turnhalle der Fußballmannschaft Atalanta Bergamo; ein erdbebensicheres Technologiezentrum in Mirandola (Modena), im Rahmen des Wiederaufbaus nach dem Erdbeben 2012. Im selben Jahr wird auch das Rubner Center in Kiens eingeweiht, Firmensitz, Musterhauspark und Kompetenzzentrum, in dem potenzielle Käufer Näheres über den Baustoff Holz erfahren und sich einen ersten Eindruck von den vielen Gestaltungsmöglichkeiten und Designs der Rubner Häuser machen können.

Zahlen

Heute hat die Rubner Gruppe 22 Niederlassungen in ganz Europa, davon 13 Produktionsstandorte, und zählt über 1500 Mitarbeiter (davon etwa die Hälfte in Südtirol). Im Jahr 2015 konnte die Gruppe einen Umsatz von 415 Millionen Euro erwirtschaften, davon 55 % durch Exporte.