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22 Februar 2017IDM

Die Duschkabinenspezialisten auf Erfolgskurs… und auf dem Sprung in ein neues Werk

Vor knapp 40 Jahren in einem Keller gegründet, ist das Unternehmen duka heute einer der Marktführer für maßgefertigte Duschkabinen in Mitteleuropa. Weil man sich damit aber nicht begnügt, setzt duka bereits zum nächsten Schritt an: mit einem neuen Standort in Brixen, wo man verwurzelt ist und trotzdem bestens vernetzt.

Nein, diesmal war es keine Garage, in der eine unternehmerische Erfolgsstory ihren Ausgang genommen hat, es war ein Keller. In dem haben Hans Krapf und Arnold Gasser Ende der 1970er-Jahre begonnen, Duschkabinen zu fertigen, damals wohl kaum ahnend, welche Entwicklung ihr Handwerksbetrieb nehmen würde. Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 200 Mitarbeiter.

Nun ist für einen Laien Duschkabine gleich Duschkabine, deshalb liegt die Frage auf der Hand: Was haben die duka-Kabinen, was andere nicht haben? Christian Krapf, Sohn von Unternehmensgründer Hans und Verwaltungsratsmitglied von duka, nennt drei Bereiche, in denen das Unternehmen die berühmte Nasenlänge voraus sei: Design, Montagefreundlichkeit und Maßarbeit.

Ist Duschkabine gleich Duschkabine? Für die Experten nicht.

Aufs Design etwa legt man bei duka besonderen Wert. „Zu unserem Glück haben wir mit Luis Rabensteiner einen Mitgesellschafter, der ein sehr feines Gespür dafür hat, was beim Design ankommt“, erklärt Krapf. Schließlich solle die Duschkabine kein Fremdkörper, sondern ein Schmuckstück im Bad sein, was übrigens auch von Profis anerkannt wird. So ist duka im vergangenen Herbst im Rahmen des German Design Awards 2017 in der Kategorie Produktdesign ausgezeichnet worden. Zusätzlich gehe es um eine einfache Montage: „Unsere Ansprechpartner sind Monteure und Installateure“, so Krapf, „und die wollen ein montagefreundliches und sauberes Produkt.“

Nicht Standardisierung, sondern ein Just-in-time-System bestimmt die Produktion bei duka. Das heißt: gefertigt wird ausschließlich auf Bestellung.

Design und Montagefreundlichkeit als Erfolgsrezepte also. Soweit kann auch der Laie noch folgen. Komplizierter wird’s bei der Maßarbeit. Während die Wirtschaftswissenschaft lehrt, Standardisierung sei ein Schlüssel zum Erfolg, geht duka einen anderen Weg: mit einem just-in-time-System, das Christian Krapf ganz einfach erklärt: „Wir fertigen nur auf Auftrag, nicht auf Lager.“ Die Herausforderung eines solchen Systems liegt auf der Hand: wer nicht wegen zu langer Lieferzeiten unter die Räder kommen will, muss schnell sein, wie Krapf sagt. „Der Apparat muss funktionieren, die Prozesse müssen optimal aufeinander abgestimmt sein, damit wir kürzeste Lieferzeiten für eine maßgefertigte Duschkabine einhalten können.“

Die Megatrends heißen Individualisierung und Service: da bildet auch eine Duschkabine keine Ausnahme.

Wer sich in Sachen Service von der Konkurrenz abheben will, muss alles berücksichtigen: vom Maßnehmen bis zur Montage, vom Kundenservice bis zur Verfügbarkeit von Ersatzteilen, von der Beratung bis zur Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Produktes.

Ein just-in-time-System mag hochkomplex klingen, es erfüllt aber ein ganz großes Bedürfnis unserer Zeit: jenes nach Individualität. Weil nun einmal niemand ein Herdentier sein möchte, setzt man bei der Kaufentscheidung darauf, sich von der Masse abzuheben. Da kommt die Maßanfertigung der Duschkabine gerade recht, mit der auf alle Wünsche des Kunden eingegangen werden kann: vom Sondermaß bis zum Ausschnitt.

Auch einen zweiten Megatrend hat man bei duka im Visier: die Servicequalität. Während die Produktqualität mittlerweile vom Konsumenten als Standard betrachtet wird, kann man sich im Service von den Konkurrenten unterscheiden. „Da muss einfach alles stimmen: vom Maßnehmen bis zu Lieferung und Montage, vom Kundenservice bis zur Verfügbarkeit von Ersatzteilen, von der Beratung bis zur Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Produktes“, so Krapf. In die Verbesserung des Service investiere man ständig, eine der ganz großen Innovationsschienen im Unternehmen sei diesem Bereich gewidmet.

Welche neuen Materialien eignen sich für Duschkabinen? Wie reagieren sie auf den Kontakt mit Wasser? Welche Lebensdauer haben sie?

„Wir brauchen keine reinen Theoretiker, sondern Leute, die ein ausgeprägtes Gespür für die Anforderungen in der Praxis haben, die also wissen, was im Alltag Bestand hat.“

Christian Krapf

Die zweite Innovationsschiene ist jene auf Produktebene. Im eigenen Entwicklungszentrum oberhalb Brixens forscht man an neuen Materialien und der Verlängerung der Lebensdauer. So wird mit hochwertigem Aluminium und Glas gearbeitet und auch an den Details gefeilt, damit Türen leicht laufen, das Wasser sauber vom Glas abrinnt und Scharniere ganz nach Kundenwunsch gefertigt werden können. „Form und Erscheinungsbild sind dabei fast keine Grenzen gesetzt“, so Krapf. Den Kopf über die Neuerungen zerbrechen sich hier Konstrukteure und technische Projektleiter, wobei der Unternehmensführung eines am Herzen liegt: „Wir brauchen keine reinen Theoretiker, sondern Leute, die ein ausgeprägtes Gespür für die Anforderungen in der Praxis haben, die also wissen, was im Alltag Bestand hat“, erklärt Christian Krapf. Damit dieses Gespür entwickelt wird, durchlaufen auch die Forscher der duka die firmeninterne Schulung, bevor sie ihre Arbeit aufnehmen. Und das heißt mitunter auch, mit auf Montage zu gehen.

Überhaupt, so Krapf, sei es ausgesprochen wichtig, die richtigen Mitarbeiter auszusuchen, um mit ihnen wachsen zu können: „Am Ende stellen die Mitarbeiter nicht nur die Produkte her, sie gestalten nicht nur die Prozesse, sondern sie machen den Unterschied.“ Auch deshalb sei man in Südtirol verwurzelt, setze auf dieses Land und das gemeinsame Wachstum. Südtirol, so ist Krapf überzeugt, biete duka beste Voraussetzungen. Dies fange schon bei der exzellenten Lage an: „Wir haben das Glück, in Brixen nicht nur zentral in Europa zu liegen, sondern auch direkt an der wichtigsten Nord-Süd-Achse“, erklärt Krapf. So könne man schnellstens den italienischen Markt versorgen, aber auch den deutschen und österreichischen. 

Südtirols Standortvorteil Nummer eins: zwei Sprachen und Kulturen. Man kann sich auf dem deutschen und italienischen Markt gleichermaßen verständigen, kann sich in Kunden beider Märkte einfühlen.

Als zweiten großen Standortvorteil nennt Krapf die Grenze zweier Sprach- und Kulturräume. „Wir lernen damit nicht nur zwei Sprachen, sondern auch zwei Kulturen kennen.“ Der große Vorteil sei nicht nur der, sich im deutschen und italienischen Markt gleichermaßen verständigen zu können, sondern durch und durch auch die beiden Kulturen zu verstehen. „Wir können uns in Kunden beider Märkte einfühlen“, ist Krapf überzeugt.

„Wir wollen kein Denkmal, das das Tal überstrahlt, sondern einen bodenständigen Bau.“

So kurios es klingen mag: der Standortvorteil hat auch einen Nachteil. „Wir haben hier im Eisacktal eine ganze Reihe hervorragender Betriebe, die Konkurrenz um die besten Köpfe ist hart“, so Krapf. Sein Unternehmen versuche, mit Kontinuität zu punkten, durch Vertrauen in die Mitarbeiter, kurze Entscheidungswege, flache Hierarchien und gute Entfaltungsmöglichkeiten. Und nicht zuletzt soll das neue Werk, das bis 2018 in Brixen entsteht, ein weiterer Trumpf sein: als Magnet für gute Mitarbeiter, mit einem angenehmen Ambiente und eigenen Services.

Ein neuer Sitz entsteht im Süden Brixens, ein Beispiel innovativer Baukunst und -kultur in Südtirol, die sich in der Architektur ebenso widerspiegeln, wie in der Funktionalität des Raumkonzeptes.

Der neue Sitz hat beeindruckende Ausmaße: Auf einer Grundfläche von 14.400 Quadratmetern entstehen Produktionshallen und Büros, samt eigener „duka-Welt“ als Kundenbereich. Zugrunde liegt dem Bau das Konzept der Industrie 4.0, ein Konzept also, mit dem Prozesse weiter verbessert, Abläufe digitalisiert und automatisiert werden können. Ein Beispiel innovativer Baukunst und -kultur in Südtirol, die sich in der Architektur ebenso widerspiegeln, wie in der Funktionalität des Raumkonzeptes und der innovativen Haustechnik. Nicht zuletzt soll der Bau aber auch in Sachen Nachhaltigkeit punkten. So hat man Wert auf erneuerbare Energien gelegt, die eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach soll rund 60 Prozent des Energiebedarfs decken.

Trotz der Größe des neuen Sitzes, trotz seiner Leuchtturmfunktion, trotz der Ansprüche, die man mit ihm verbindet – eines liegt der duka-Führung am Herzen, betont Christian Krapf: „Wir wollen uns kein Denkmal setzen und das ganze Tal überstrahlen, sondern ein architektonisch bodenständiges Werk schaffen, das sich in die Landschaft einpasst.“

Fact Sheet

duka in Zahlen

2:                    Von der Planung bis zum Versand einer duka-Duschkabine vergehen in der Regel zwei Tage. Am ersten Halbtag wird geplant, am zweiten die Arbeit vorbereitet, am dritten wird die Duschkabine zusammengebaut und am vierten versandt.

3:                    Neue Bestandteile von duka-Duschkabinen entstehen am Computer, der 3D-Drucker liefert ein erstes Anschauungsmodell.

38:                  Seit 38 Jahren stellt duka Duschkabinen her, das Eisacktal war damals schon die Heimat des Unternehmens und ist es auch heute noch.

80:                  Um eine zeitgerechte Lieferung garantieren zu können, kann duka auf 80 Lkws einer Partnerspedition zurückgreifen.

200:                Mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen heute.

1200:              Bis zu 1200 Duschkabinen am Tag werden im duka-Werk in Brixen hergestellt, allesamt ausschließlich auf Bestellung.

1980:              1980 übersiedelt duka aus einem Keller in den Firmensitz im Süden Brixens, dort wächst das Unternehmen stetig.

2016:              Im Jahr 2016 wird Hans Krapf, Gründer von duka, in Südtirol zum Manager des Jahres gewählt.

290.000:         290.000 Kubikmeter Raum umfasst der neue Unternehmenssitz, der Ende 2018 bezogen werden soll. Die stolzen Maße: 80 x 180 x 18 Meter.