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3 April 2017Simone Treibenreif

Echonova öffnet Türen

Das eigene Heim oder den Betrieb übers Smartphone aus der Ferne im Blick haben – Echonova,  Experte für innovative Tür- und Gebäudekommunikation, aus dem Südtiroler Unterland vertreibt für einen deutschen Partner dessen Produkte in Italien, ist aber auch an der Weiterentwicklung der benötigten Technik beteiligt.

Am Strand auf den Seychellen liegen oder auf Geschäftsreise in London weilen und zugleich wissen, wer daheim vor der Haustür oder dem Betriebstor steht? Den Klingelnden über eine App auf dem Smartphone oder dem Tablet sehen und mit ihm kommunizieren und (falls nötig oder gewünscht) sogar die Tür öffnen und die Nachbarin zum Blumen gießen oder den Handwerker für eine Reparatur ins Gebäude lassen? Und dann über ein Netzwerk von Kameras im Haus die korrekte Ausführung der Arbeiten des Handwerkers überwachen? Das ist keine Zukunftsmusik – die dafür nötige Technik gibt es bei Echonova im Südtiroler Unterland.

Echonova-Produkte funktionieren aber nicht nur über Smartphone, Tablet oder PC, auch verschiedene Zusatzeinrichtungen wie Zutrittskontrollen mit Chipkarten oder Fingerabdruck sind mögliche „Türöffner“. Kommunikations- und Zutrittsanlagen für Wohnanlagen mit mehreren hundert Wohneinheiten gibt es bei Echonova.

Bestehende Zusammenarbeit ausgebaut

Der Spezialist für innovative Tür- und Gebäudekommunikation ist aus einer Kooperation zwischen der deutschen TürControlSysteme AG (TCS) und der Firma Elektro W&W aus Tramin entstanden. Anfangs haben die Elektrotechniker von W&W die Produkte von TCS lediglich eingebaut. Als sich Otto Duffner, Seniorchef des Familienunternehmens TCS, dann entschied, stärker in den italienischen Markt zu investieren, klopfte er bei  W&W-Chef Dietmar Kaneppele  an.

„Ich hatte mit der Familie Duffner bereits längere Zeit ein hervorragendes Verhältnis und eine gute Zusammenarbeit“, erzählt Kaneppele. „Als sich TCS dann nach einer Niederlassung in Italien umgesehen hat, haben die Duffners ihre bestehenden Kontakte genutzt und bei mir angefragt, ob ich Interesse an einer engeren Zusammenarbeit hätte.“

Diese Wahl habe TCS wegen der günstigen geografischen Lage auf der Nord-Süd-Achse zwischen Deutschland und Italien aber nicht zuletzt auch wegen der Zweisprachigkeit in Südtirol getroffen. „Wir können einerseits mit dem deutschen Mutterhaus auf Deutsch kommunizieren, andererseits haben wir aber auch am italienischen Markt keine Probleme, weil Südtirol eine italienische Provinz ist“, sagt Kaneppele. Dadurch fühlten sich Südtiroler in zwei Kulturen zuhause. „Deshalb fällt es leichter, Kontakte zu knüpfen, und man kann sich besser in die jeweilige Mentalität einfühlen.“

Und so begann das Gemeinschaftsprojekt am italienischen Markt vor rund sieben Jahren unter dem Projektnamen „Echonova by W&W“ als Teil des Unternehmens W&W. „Echonova ist eine geschützte Marke, unter der die TCS-Produkte seitdem in Italien vertrieben werden“, sagt Kaneppele. Da sich die Geschäfte gut entwickelten, entschieden sich die Partner einen Schritt weiter zu gehen. „Vor vier Jahren haben wir Echonova dann als eigenes Unternehmen gegründet“, so Kaneppele, der nun als Geschäftsführer für Echonova verantwortlich ist.

Unterstützt wurde die Gründung von Echonova durch die Experten der Business Location Südtirol (BLS), der Südtiroler Standortagentur, die mittlerweile unter IDM Südtirol firmiert (deren Experten jedoch nach wie vor für Fragen und Beratungen rund um eine möglichen Einstieg in den italienischen Markt zur Verfügung stehen). 

Auch bei der Suche nach einem qualifizierten Mitarbeiter hat sich Echonova an BLS angelehnt: Seinen ersten Mitarbeiter hat Kaneppele bei einem von BLS organisierten „Recruiting Event Südtirol“ gefunden, bei dem qualifizierte Arbeitssuchende aus ganz Italien und dem deutschsprachigen Ausland nach Bozen kamen. Der Techniker aus Südtirol war im Auftrag von Echonova bzw. TCS weltweit unterwegs. Als er dann aus familiären den Job wechselte, wurde Kaneppele auf der Suche nach Ersatz im nahen Trentino fündig: Nun arbeitet ein junger Mann aus Rovereto für Echonova. Derzeit schaut sich Kaneppele nach einem weiteren Mitarbeiter um, die gute Auftragslage mache das nötig.

Echonova ist nicht nur Vertriebs- sondern auch Entwicklungspartner von TCS

Echonova fungiert nun zum einen als Exklusiv-Vertreiber der TCS-Produkte in Italien – und dabei als Verkäufer, Planer und Betreuer bei Bauprojekten, ist aber ebenso für den Einbau der Kommunikationsanlagen sowie den technischen Support bzw. die Schulungen für Techniker und Anwender im ganzen Land zuständig. „Zum anderen sind wir aber auch Entwicklungspartner des TCS-Mutterhauses in Deutschland“, führt Dietmar Kaneppele aus.

Der Hauptsitz der TCS AG in Deutschland ist die Kleinstadt Genthin in Sachsen Anhalt. Hier befinden sich ein Teil der Metallverarbeitung, die Endmontage, die Verwaltung und ein Vertriebs- und Schulungszentrum sowie die Zentrale für die Produktentwicklung.

Allerdings hat sich TCS in der Produktentwicklung für einen innovativen Weg entschieden: Die Entwickler sitzen außer in Sachsen Anhalt auch an TCS-Standorten und bei TCS-Partnern in der Türkei, der Schweiz, Serbien und Italien, genau gesagt in Tramin. „Unser Mitarbeiter, ein Ingenieur, ist an zwei Tagen pro Woche als Entwickler für das Mutterhaus abgestellt. Dafür haben wir auch eigens ein Labor eingerichtet“, erklärt Dietmar Kaneppele. „Einmal wöchentlich tauschen sich die Entwickler dann per Onlinekonferenz aus und klären den Status quo, die nächsten nötigen Schritte und die Aufgabenverteilung ab.“

Derzeit wird an einem Onlinekommunikationssystem gearbeitet, das speziell auf die Erfordernisse der TCS-Produkte zugeschnitten ist. „Das Ziel ist eine Art Skype, eine eigene All-in-One-Lösung, durch die wir nicht mehr von anderen Anbietern abhängig sind“, erzählt Kaneppele.

Doch wenn das ganze Sicherheitssystem eines Hauses oder Unternehmens am Internet hängt, dann muss das doch Gefahren bergen, zum Beispiel dass es von Kriminellen gehackt wird? „Diesbezüglich hatten wir bis dato noch nie Probleme, die Systeme sind sehr gut geschützt“, betont Kaneppele.

TCS setzt bei der Übertragung des Tons und Bildern auf softwaregesteuerte Datenleitungen. „Dadurch sind sowohl Installation als auch Wartung der Anlagen einfach und auch die Zusatzeinrichtungen lassen sich darüber steuern“, sagt Kaneppele.

Flexibilität hebt TCS-Produkte von Mitbewerbern ab

TCS – und damit Echonova – arbeitet nach der Maxime: „Höchste Qualität, innovative Technik und zeitloses Design.“ Und hat damit weltweit Erfolg. „Auch weil wir ein Produkt bzw. Möglichkeiten bieten, dass viele unsere Mitbewerber nicht im Sortiment haben“, sagt Kaneppele. „Unser größter Vorteil ist die Flexibilität, die wir bieten, die Möglichkeit, die Funktionen individuell auf die Bedürfnisse des Kunden anzupassen.“ So ermögliche die TCS-Technik etwa die Aufrüstung bestehender Gegensprechanlagen mit digitalen Features oder relativ einfache nachträgliche Installation von Sprechanlagen.

Wie geschätzt die TCS-Produkte auch auf dem italienischen Markt sind, zeigt die lange Liste von Unternehmen, die immer wieder mit Echonova zusammenarbeiten, und die zahlreichen Prestigeobjekten, die die Firma im Lauf der Jahre bereits realisiert hat: Zum Beispiel funktionieren das Zugangssystem mit hochwertiger Gegensprechanlage zum Weingut und der Villa der Familie Alessi, Besitzer des bekannten gleichnamigen italienischen Designunternehmens, am Lago d’Orta (westlich vom Lago Maggiore gelegen) mit Technik von Echonova ebenso beim exklusiven Wohnprojekt Merville in Jesolo, dessen Herzstück ein 24 Stockwerke hoher Wolkenkratzer ist; bei der Weltausstellung Expo 2015 in Mailand wurden alle Parkplätze mit TCS-Geräten ausgestattet; und in Neapel ist TCS-Technik im Zentrallager der Supermarktkette Eurospin zu finden, um das Be- und Entladen der LKWs zentral mit IP-gesteuerter Gegensprechanlage zu optimieren. Aber auch Banken zählen zu den Kunden: Sie verbinden ihre Bancomat-Geldausgabegeräte mit speziell aufgebauten TCS-Schnittstellen mit der Zentrale.

Eines der jüngsten Projekte ist der „Palazzo della Luce“ in Turin, in dem Gebäude im historischen Stadtzentrum, in dem einst der Energiekonzern Enel seinen Sitz hatte, wurden elf Luxuswohnungen errichtet, in denen nun Prominente residieren, zum Beispiel Fußballer von Italiens Rekordmeister Juventus.

Projekte, die sich sehen lassen können, und bei denen die „deutsche Wertarbeit“, die international für Zuverlässigkeit, Funktionalität, Wertbeständigkeit und Know-how steht, gepaart mit Südtiroler Kompetenzen für den Erfolg am italienischen Markt sorgen.

Fact Sheet

Die TürControlSysteme AG (TCS) entwickelt und fertigt seit 1995 Systemtechnik für die Gebäudekommunikation – von der einfachen Türsprechanlage bis zu komplexen Großanlagen für mehrere hundert Wohneinheiten. Das Familienunternehmen, das mehr als 250 Mitarbeiter zählt, unterhält Niederlassungen in Österreich, Serbien und in der Türkei aber auch in Indien, Hongkong und China; Partnerunternehmen sitzen in der Schweiz, in Skandinavien sowie den Beneluxländern. Durch weitere Vertriebspartner ist TCS in Osteuropa und in Russland, sowie in Griechenland und Italien vertreten und bietet dort Support für Projektierung, Installation und Wartung der Systeme.

Echonova mit Sitz in Tramin (Südtirol) ist der TCS-Vertriebspartner und -Kompetenzzentrum für Italien. Im Sortiment des hat das Unternehmen Außenstationen, Innenstationen und erweiterte Funktionen – wobei besonders letztere das Angebot von der Konkurrenz abheben, ebenso wie die große Flexibilität der Anwendungen.

Die einfachste Anlage, die Echonova im Angebot hat, ist eine simple Gegensprechanlage. Die mögliche Aufrüstung „nach Oben“ ist umfangreich: Neben Türsprech- und Videoanlagen sowie elektronische Zutrittskontrolle bietet das Sortiment auch komplexe Systemlösungen für Conciergeanlagen und zur Bewohnerinformation.