Innovationen

3 Juli 2017IDM

Südtirol spricht auch Schwiizerdütsch

Italien ist für Schweizer Unternehmen ein interessanter Markt, vor allem dann, wenn sie über eine eigene Niederlassung im Land verfügen. Welche Vorteile es hat, diese in Südtirol anzusiedeln – von der geographischen und kulturellen Nähe bis zu Mehrsprachigkeit und aktiver Innovationsförderung – hat IDM Südtirol interessierten Schweizer Unternehmen in Zürich erklärt – bei einer Südtiroler Marende, versteht sich.

Für Südtirol ist das Nachbarland Schweiz einer der wichtigsten Handelspartner – und das schon seit jeher. So gehen fast sechs Prozent der Exporte Südtiroler Firmen in die Schweiz, rund elf Prozent der Importe stammen von dort. „Schweizer Unternehmen haben also schon heute wichtige Geschäftsbeziehungen zu Südtirol, was vielfach noch fehlt, ist das Wissen über die Chancen, die unser Land als Sprungbrett in den italienischen Markt bietet“, erklärt Petra Seppi, Investment Consulting & Promotion-Spezialistin bei IDM Südtirol.

Einblick in Steuer- und Gesellschaftsrecht

Um diese Lücke zu schließen, hat IDM Südtirol am 27. Juni in Zürich ein Zusammentreffen mit innovativen Schweizer Unternehmen organisiert, die mit einer Expansion nach Italien liebäugeln. Sie von den Vorteilen des Wirtschaftsstandorts Südtirol zu überzeugen, war Ziel des Aperò Riche, den IDM gemeinsam mit der italienischen Handelskammer und dem Gottlieb Duttweiler Institute (GDI) in Rüschlikon organisiert hat. Informiert wurde dabei nicht nur über Südtirols Autonomie, über effiziente Verwaltung, gezielte Innovationsförderung, den gerade entstehenden NOI Techpark und die Serviceleistungen von IDM, sondern auch und vor allem über steuerliche und gesellschaftsrechtliche Aspekte eines Markteintritts in Italien. „Das ist ein Aspekt, der Schweizer Unternehmen natürlich vordergründig interessiert, weil die Schweiz selbst ja nicht Mitglied der EU ist“, so Seppi.

Zur Erläuterung der steuerlichen Vorteile hatte IDM Südtirol Steuerexperten der Meraner Sozietät „Hesse Baldessarelli & Partner“ nach Zürich geladen, die den Schweizer Unternehmen die verschiedenen Möglichkeiten einer Expansion in den italienischen Markt aufzeigen konnten: von der Direktbelieferung bis zur Zweigniederlassung oder Tochtergesellschaft in Italien.

Strategisch optimale Lage für Einstieg in italienischen Markt

Vor allem für letztere eignet sich Südtirol als Standort, wie die Geschichte der in Südtirol angesiedelten Borm Informatik AG als Beispiel vorgeführt wurde. Die Schwyzer Softwareexperten haben sich vor etwas mehr als einem Jahr in Algund niedergelassen und beackern von dort aus den italienischen Markt, der – so bestätigte Egon Weithaler von Borm – großes Potential bei für Schweizer Verhältnisse niedrigen Betriebs- und Lohnkosten biete. Südtirols Lage sei strategisch günstig, der norditalienische Markt von hier aus optimal zu bedienen und Kunden könnten besser vor Ort bedient werden, betonte Weithaler.

Bei der IDM-Marende in Zürich wurde auch unterstrichen, dass sich Schweizer Unternehmen, die sich für eine Niederlassung in Südtirol oder die Gründung einer Tochtergesellschaft entscheiden, auf eine Rundum-Betreuung und -Beratung von IDM Südtirol verlassen können. „Wir bieten eine breite Service-Palette, angefangen bei der Beratung zur Auswahl des richtigen Standorts und der richtigen Partner vor Ort bis hin zu einem detaillierten Überblick über die Fördermöglichkeiten, die das Land Südtirol Unternehmen in den unterschiedlichsten Bereichen bietet“, so Petra Seppi. So fördert das Land nicht nur die Kapitalisierung von Unternehmen, sondern gezielt auch Forschung, Entwicklung und Innovation – nicht zuletzt durch den Bau des NOI Techpark, in dem künftig Südtirols Innovationsherz schlagen wird.

Südtirol boomt als Wirtschaftsstandort

Wie sehr Service, Beratung, Betreuung und Förderung, Lebensqualität und politische Stabilität, Sprache, Gesellschaft und Unternehmenskultur in Südtirol von ausländischen Unternehmen geschätzt wird, zeigt eine Statistik, die IDM Südtirol in Zürich präsentieren konnte. Waren vor rund 20 Jahren noch gerade einmal 45 Tochtergesellschaften ausländischer Firmen in Südtirol zu Hause, sind es heute rund 320. Damit sitzt mehr als jede achte italienische Tochtergesellschaft eines Unternehmens aus dem Ausland in Südtirol. Stolze Zahlen, die in den kommenden Jahren weiter verbessert werden sollen – auch mit Hilfe einer Südtiroler Marende für ausgewählte Unternehmer.