Innovationen

23 März 2017Simone Treibenreif

Der sicherste Helm der Welt kommt aus Südtirol

500.000 Euro für einen innovativen Sturzhelm – es war das höchste Investment des Abends, das bei der Start-Up-Show „2 Minuten 2 Millionen“ getätigt wurde.

Die Sendung „2 Minuten 2 Millionen“ gilt als Erfolgsformat des österreichischen Privatsenders „Puls 4“, derzeit läuft die vierte Staffel. Die Investoren Marie-Helene Ametsreiter, Leo Hillinger, Heinrich Prokop, Michael Altrichter, Daniel Zech (für SevenVentures Austria / ProSiebenSat.1 PULS 4) und Hans Peter Haselsteiner nehmen dabei Start-ups unter die Lupe und wenn sie von deren Idee, Konzept und Plänen überzeugt sind, investieren sie.

Es war der Bauunternehmer und Wahl-Südtiroler Haselsteiner, der in einer kürzlich ausgestrahlten „2 Minuten 2 Millionen“-Ausgabe vom zukunftsweisenden Sicherheitskonzept eines präsentierten Sicherheitshelms so begeistert war, dass er ihn nicht nur als „eine wirklich geniale Angelegenheit“ bezeichnete, sondern auch eine halbe Million für eine Beteiligung von 26 Prozent am herstellenden Unternehmen investierte. Eine Firmenbewertung also von fast zwei Millionen durch den Investor.

„Meine Überlegung ist so: Wenn es das wird, was ich glaube, was drinsteckt, dann sind zwei Millionen ein Schnäppchen”, meinte Haselsteiner während der Show zur Begründung.

Besagter Helm, entstanden nach der Idee des Südtirolers Patrick Pedevilla, ist mit dem Projektnamen „La Structura“ patentiert, trägt nun aber den Brandnamen Seventwenty. Drei Jahre Entwicklungszeit und 360.000 Euro eigenes Kapital hatte der Bozner Gründer Pedevilla mit den beiden Produktdesignern Alessio Abdolahian und Giovanni Crosera bereits in den Helm investiert, der für den Fahrrad- und Wintersportbereich konzipiert ist.

Das Innovative an Seventwenty: Er setzt durch seinen „Naked Look“ nicht nur ästhetisch neue Akzente, sondern ist laut Pedevilla wegen seiner speziellen wabenförmigen Struktur aus Elastomeren auch biegsam, aber vor allem sicherer als herkömmliche Helme, weil er Stöße besser absorbiert, und es zu keiner Materialermüdung kommt. „Denkt an den Schumacher: Dessen Helm hat ja nur nicht gehalten, weil er Materialermüdungen hatte“, meinte Haselsteiner diesbezüglich zu seinen Investoren-Kollegen in Anspielung auf den schweren Skiunfall des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters, bei dem dieser sich im Dezember 2013 schwerste Kopfverletzungen zugezogen hatte.

„Wir hatten es uns zum Ziel gesetzt, eine neue Sicherheitsstufe bei Sturzhelmen einzuführen“, erklärt der 38-jährige Pedevilla. „Nun ist unser Helm doppelt so gut wie für die Handelszulassung nötig; damit haben wir momentan die besten Werte, die es bei Helmen auf der Welt gibt.“

Der Großteil des Investments von Hans Peter Haselsteiner floss in die Herstellung der Spritzgussformen für die Serienproduktion. Schon im Herbst soll das erste Seventwenty-Modell – „Herbie“, ein Fahrradhelm für die Stadt – auf den Markt kommen, für die Wintersaison werden Modelle für Ski- und Snowboardfahrer folgen, später auch spezifische Modelle für Rennrad- und Mountainbikefahrer. Zudem soll das Angebot in Zukunft auch mit Protektoren für die diversen Sportarten erweitert werden.

Einsatzmöglichkeiten für das patentierte Material von Seventwenty böten sich Pedevilla zufolge auch in anderen Bereichen, zum Beispiel für Kinderautositze oder im Automotivebereich.

Seit der Ausstrahlung der Sendung, bewegt sich gigantisch viel“, erzählt Pedevilla. Nicht nur im Verkauf bzw. Vertrieb und in der Herstellung – sondern gerade auch was weitere interessierte Investoren und mögliche Partnerschaften angeht.

 

Hier geht es zur Mediathek der Sendung.