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22 März 2017IDM

Südtirol macht den Papst grün

Seit Dezember ist Papst Franziskus elektrisch mobil. Ein erster Schritt, denn der Vatikan will zum Musterbeispiel für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit werden. Bei diesem ehrgeizigen Projekt dabei ist DriWe, ein Start-up-Unternehmen aus dem IDM-Gründerzentrum in Bozen.

Der Nissan Leaf mit E-Motor war ein Geschenk zum 80. Geburtstag von Papst Franziskus. Es kommt von der deutschen Unternehmensgruppe Wermuth Asset Management. Damit das E-Papamobil nie stehen bleibt, wurde auch eine Stromzapfsäule im Vatikan installiert. Sie wird über das Smartphone gesteuert und lädt die Batterien des Papamobils in gerade einmal einer Stunde voll auf. Zapfsäule und Software kommen von DriWe, einem Start-up-Unternehmen, das sich der Elektromobilität verschrieben hat. Seine Wurzeln hat DriWe in Schio, wo das Unternehmen 2015 von Luca Secco und Alessandro Marsilio aus der Taufe gehoben worden ist. Seit August 2016 ist es in Bozen zu Hause, genauer: im Gründerzentrum von IDM Südtirol.

Dort ist man auch weiterhin mit dem Vatikan-Projekt befasst, denn das E-Papamobil war nur als erster Schritt gedacht. „Die Machbarkeitsstudie, die dem Papst übergeben wurde, sieht nicht nur die Elektrifizierung des gesamten vatikanischen Fuhrparks vor, sondern zielt darauf ab, den Vatikan zum ersten Staat der Welt zu machen, der seinen Stromverbrauch allein aus erneuerbaren Quellen deckt“, erklären Marsilio und Secco. Ziele sind demnach 100 Prozent grüne Energie, die Energiespeicherung in leistungsstarken Batterien und 100 Prozent E-Mobilität im Vatikan.

DriWe wird zu diesem Projekt sein Know-how beisteuern, liefert es doch alles, was es braucht, um durch und durch grün mobil zu werden: von den notwendigen Photovoltaik-Anlagen über das Stromzapfsäulennetz bis zur Umrüstung traditioneller Fahrzeuge auf einen E-Motor. „Wir arbeiten vor allem mit kleinen Fahrzeugen mit Reichweiten von 100 Kilometern am Tag“, so die beiden DriWe-Köpfe.

Marsilio und Secco bauen zudem an einem Netz von Stromtankstellen im ganzen Nordosten Italiens. Dort stehen bereits rund 20 Stromzapfsäulen des Unternehmens, die ersten in Südtirol folgen bald. Das Besondere daran: An den DriWe Zapfsäulen bezahlt man via Smartphone-App – ganz ohne Kreditkarte. Secco und Marsilio führen ihren Erfolg indes nicht nur auf Know-how, sondern auch auf die Übersiedlung nach Bozen und die Betreuung im Inkubator von IDM-Südtirol zurück: „Für uns war die Aufnahme in das IDM-Gründerzentrum ein Riesenerfolg, ist Südtirol auf dem Gebiet der grünen Energie doch italienweit spitze.“