Universität

1 November 2016IDM

Neuer Rektor für die Uni Bozen

Unter 22 Bewerbern fiel die Wahl auf den Inhaber des Lehrstuhls für Nanoelektronik an der TU München, Professor Paolo Lugli, der kürzlich auf den scheidenden Rektor Walter Lorenz folgte.

Colorado, Rom, München: Internationales Flair verbreitet die Entscheidung des Rats der Freien Universität Bozen, Professor Paolo Lugli, derzeit Inhaber des Lehrstuhls für Nanoelektronik an der Technischen Universität München, zu ihrem neuen Rektor zu machen. Lugli trat sein Amt am 1. Oktober 2016 an und folgt damit Walter Lorenz nach, der die Universität seit 2008 zwei Amtszeiten lang geleitet hat und nun zu Forschung und Lehre zurückkehrt.

„Mit Paolo Lugli haben wir eine forschungsstarke Persönlichkeit mit relevanter internationaler und akademischer Erfahrung ausfindig machen können“, sagt der Präsident der Freien Universität Bozen Prof. Konrad Bergmeister. Als Professor für Nanoelektronik leitet Lugli nach Forschungs- und Lehrerfahrungen in Rom und den USA seit nunmehr zwölf Jahren[VD1]  die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der TU München mit 3.500 Studierenden und knapp 700 Doktoranden. „Durch seine Führungserfahrung und seine Expertise in zentralen Themen wie dem Bioengineering und der Nanotechnologie stellt Paolo Lugli für die Entwicklung der Freien Universität Bozen wie auch des Standorts Südtirol einen großen Zugewinn dar“, so Bergmeister.

Paolo Luglis Kernkompetenzen liegen u. a. im Bereich des Technologie- und Wissenstransfers und der Zusammenarbeit mit Unternehmen. In diesem Sinne hat er die Entwicklung zahlreicher Spin-offs und Start-ups unterstützt und bis zur Einreichung von Patenten begleitet. Exzellent sind auch seine internationalen Kontakte und seine Forschungserfahrung. In den vergangenen fünf Jahren gelang es Lugli, für die TU München über vier Millionen Euro an EU-Forschungsgeldern einzuwerben.

22 Professoren aus Deutschland, Österreich, Italien, den USA und Südamerika hatten sich für die international ausgeschriebene Position des Rektors der Freien Universität Bozen beworben. Darunter fanden sich universitätsinterne wie externe Bewerber, allerdings keine Frau. Prof. Luglis Nominierung erfolgte nach den Hearings, an denen alle Mitglieder des Senats und des Universitätsrates teilgenommen hatten.

Internationale Erfahrung und viel Forschung

Prof. Paolo Lugli, 1956 in Carpi (Provinz Modena) geboren, legte nach dem Studium der Physik an der Universität Modena sein Master- und Doktoratsstudium in Electrical Engineering in Colorado (USA) ab. In den Folgejahren forschte und lehrte er an den Universitäten von Colorado, Modena und Rom (Tor Vergata), bevor er im Jahr 2002 dem Ruf an die TU München folgte, wo er den Lehrstuhl für Nanoelektronik an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik innehat, die er bis dato leitet.[VD2]  Seine Forschungsschwerpunkte sind die Bereiche der Nanoelektronik und Molekularelektronik. Paolo Lugli hält die deutsche und italienische Staatsbürgerschaft, spricht fließend Italienisch, Deutsch und Englisch und verfügt über sehr gute Französischkenntnisse. Er kann auf über 350 Publikationen verweisen.

Kompatscher: „Exzellenter Wissenschaftler mit großer Erfahrung“

Auch der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher gratulierte Professor Lugli und wünschte ihm einen erfolgreichen Amtsantritt – in der Hoffnung, die fruchtbare Zusammenarbeit der Landesregierung mit der Universität fortzusetzen. „Fast zwanzig Jahre nach ihrer Gründung ist die die Freie Universität Bozen reif für neue Entwicklungen“, unterstrich Kompatscher, „Mit Professor Lugli haben wir einen exzellenten Wissenschaftler, eine führungsstarke Persönlichkeit mit einschlägiger Leitungserfahrung an der Spitze der Universität, die zudem im Hochschul- und Wissenschaftsbereich bestens vernetzt ist.“ Bei dieser Gelegenheit unterstrich Landeshauptmann Kompatscher auch die gute Zusammenarbeit mit Prof. Walter Lorenz in den acht Jahren, in denen dieser die Geschicke der Freien Universität geleitet hatte.