Food

13 Dezember 2016IDM

Der Apfel als Schönheitsmittel

Der Apfel ist eines der Markenzeichen Südtirols. Beim Interpoma Innovation Camp entwickelten die Teilnehmer zwei Tage lang Geschäftsmodelle, um den Apfel aufzuwerten. Die Siegeridee: aus Apfelkernöl Kosmetika und pharmazeutische Produkte gewinnen.

Zwei Tage lang hatten sich in Bozen im Vorfeld der weltweit wichtigsten Apfelmesse Interpoma Start-up-Unternehmen aus ganz Europa mit innovativer Produktentwicklung auf der Grundlage des Apfels auseinandergesetzt. Das Team von Repple, das den ersten Preis gewann, entwickelte eine Geschäftsidee zur Gewinnung von Öl aus Apfelkernen für kosmetische und pharmazeutische Produkte. Eine Idee, die gut umsetzbar ist und mit 600 Euro pro Liter Apfelkernöl ein sehr großes Gewinnpotenzial hat. Im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Methoden entwickelte Repple ein Verfahren nach Bio-Kriterien mit einem Endprodukt von höchster Qualität. „Diese Geschäftsidee nützt der ganzen Produktionskette in Südtirol, von den Bauern über die Betriebe, die den Rohstoff weiterverarbeiten und auch das verwerten, was sonst weggeworfen würde, bis hin zu den Produzenten von Nahrungsergänzungsmitteln, die das kostbare Apfelkernöl für ihre Produkte verwenden können“, erklärt Debora Decorsi vom Repple-Team. Decorsi forscht am Versuchszentrum Laimburg, dem Exzellenzzentrum Südtirols für Agrar- und Ernährungswirtschaft.

Wasserersparnis und Apfelmarketing

Den zweiten Preis erhielt beim Interpoma Innovation Camp die Geschäftsidee „Smart Orchard“ eines internationalen Teams mit Teilnehmern aus Frankreich, Serbien, Nigeria und Italien. Sie entwickelten eine App, die für Umwelt und Gesundheit gleichermaßen relevant sein kann: Sie berechnet Wachstum und Nährwert der Pflanzen auf Grundlage der Daten von elektronischen Wetterstationen, Digital-Messschiebern und Durchflussmessern berechnet. Der Endnutzer bekommt so die richtige Information im richtigen Moment, er kann den Wasser- und Düngerverbrauch reduzieren, die Fruchtgröße optimieren und insgesamt den Produktionsprozess besser steuern, weil er über die Wetterbedingungen laufend informiert ist.

Den dritten Preis errang die Idee „track your apple“. Sie zielt auf eine bessere, gezielte Vermarktung des Apfels ab. Vor allem soll dem Kunden der besondere Wert des Produkts vermittelt werden, Ziel ist es, Konsumenten den Apfel mit einem Unterhaltungsprogramm schmackhaft zu machen: Über einen Code auf dem Apfel kann man online an Gewinnspielen teilnehmen und Informationen zur Apfelproduktion, zu den verschiedenen Apfelsorten und ihren besonderen Merkmalen und Vorzügen abrufen. Dem Kunden wird vermittelt, dass es sich um ein Qualitätsprodukt handelt, womit auch ein höherer Preis gerechtfertigt wird.

Zu erwähnen sind auch das Team Revotree – think waterless, das sich mit Bewässerungssensoren beschäftigt hat, und Rainbow Nets mit seiner Idee, für die Kulturflächen besondere Netze zu entwickeln, die das Sonnenlicht besser verteilen: Die Farbspektren des Lichts werden auf den Reifungsgrad der Äpfel angepasst, um Endprodukte von höchster Qualität zu garantieren.

Für die Zukunft des Apfels

„Die Messe Bozen hat mit der ersten Auflage des Interpoma Innovation Camps einen ersten Schritt gesetzt, um ein Zentrum zu werden, an dem gemeinsam über die Zukunft der Apfelproduktion und -vermarktung nachgedacht wird“, sagt Messe-Direktor Thomas Mur. „Unser Ziel ist es, zum Wachstum der Apfelwirtschaft beizutragen. Wir wollen deshalb eine Plattform für Experten und Ideen aus aller Welt sein und ihnen die Möglichkeit geben, offen und unabhängig markt- und konsumentenorientierte Geschäftsideen zu entwickeln – mit konkreten Vorteilen für die Apfelwirtschaft.“

Für dieses Ziel arbeitet das gesamte Netzwerk der Südtiroler Apfelbranche eng zusammen: die Messe Bozen, IDM Südtirol, das Südtiroler Apfelkonsortium, das Land- und Forstwirtschaftliche Versuchszentrum Laimburg, der Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau und die Wiener Start-up-Beratung WhatAVenture. Das Innovation Camp bildete den Auftakt zur zehnten Ausgabe der Interpoma, der internationalen Fachmesse für Apfelanbau, -lagerung und -vermarktung. Die Interpoma findet alle zwei Jahre statt. Bei der diesjährigen Ausgabe vom 24. bis zum 26. November zählte man in der Messe Bozen 20.000 Besucher. Auf einer voll ausgebuchten Ausstellungsfläche von 25.000 Quadratmetern präsentierten sich 460 Unternehmen aus 24 Ländern.