Innovationen

30 Mai 2017IDM

Computer am Netz, Zehen im Wasser: Coworking-Space im Freibad Schenna

Ein Schreibtisch am Pool: Was klingt wie unvorstellbarer Luxus ist im Freibad von Schenna bei Meran Alltag. Hier gibt’s den ersten voll ausgestatteten Coworking-Space in einem Freibad – Panoramablick inklusive.

Das Freibad von Schenna liegt auf einem beneidenswerten Logenplatz, der einen einmaligen Blick auf Meran, auf die Apfelwiesen im Etschtal und die Dörfer am Eingang des Passeiertals bietet. Dieses Panorama konnte man sich bisher höchstens als Bildschirmschoner ins Büro holen, nun kann man das Büro hierher verlegen: jenes von Schenna ist schließlich das erste öffentliche Freibad der Welt, das einen Coworking-Space eingerichtet hat. Dieser ist ein Ableger des vor einigen Wochen erfolgreich lancierten Coworking-Projekts Startbase Meran und damit neue Heimstatt so genannter Nomad Workers, die für ihren Job nicht mehr brauchen als Platz und eine schnelle Internetverbindung.

Beides bietet der Coworking-Space im Freibad von Schenna, dazu kommen Panoramablick und – selbstverständlich – alle Annehmlichkeiten eines Schwimmbades. Während man also in New York oder Tokio Schwimmbäder in Bürogebäuden baut, verlegt man den Arbeitsplatz in Südtirol kurzerhand an den Pool. Die Frage „Warum Südtirol?“ hat also eine neue, eine zusätzliche Antwort, eine, die hier viel mehr ist als bloß ein Gag. Arbeiten in und mit der Natur gehört zu Südtirols DNA, die besten Geschäftsideen entstehen hier unter freiem Himmel.

Weil nun einmal ein fester Arbeitsplatz im Sinne eines eigenen Büros immer seltener zur Grundausstattung hochinnovativer Betriebe und Freiberufler gehört, richtet man sich in Meran und Umgebung auf die neuen Anforderungen ein. So hat die Stadtgemeinde Meran Anfang April am Rennstallweg den Coworking-Space Startbase Meran eröffnet, in dem bereits eine Reihe innovativer junger Unternehmen Platz gefunden hat. Dies war der erste Schritt, der Ableger im Freibad Schenna der zweite. An weiteren arbeitet eine eigens bei IDM Südtirol angesiedelte Arbeitsgruppe, die das Konzept auch auf andere Städte und Hauptorte Südtirols übertragen möchte. Dafür setzt man auf den Besuch von Best-Practice-Beispielen (etwa der Werkstätten Wattens) und auf Unterstützung, etwa wenn es darum geht, die optimale Startbase-Lösung für eine Stadt zu finden.

Den Arbeitsbereich im Freibad Schenna kann man indes bereits jetzt tagesweise mieten oder in Kombination mit einem Schwimmbad-Abo den ganzen Sommer über. Das Coworking-Tagesticket kostet 9,80 Euro, das Saisonsabo 138 Euro. Im Paket inbegriffen ist – neben dem Eintritt ins Freibad – superschnelles Glasfaserinternet, Arbeitsplätze zur freien Auswahl und ein eigener Coworking-Outdoorbereich zum Ausspannen.

Überzeugt davon, dass der neue Arbeitsbereich ein voller Erfolg wird, sind die beteiligten Institutionen. „Dies ist ein weiterer Schritt, mit dem wir unsere Offenheit und Unterstützung für neue, frische Ideen zeigen wollen“, sagt etwa der Meraner Innovations-Stadtrat Diego Zanella, dem Alois Kröll, Bürgermeister von Schenna, sekundiert: „Die Initiative der Stadtgemeinde Meran hat Vorbildcharakter.“ Schenna wolle deshalb bei der Förderung von Startups künftig verstärkt mit Meran und IDM Südtirol zusammenarbeiten. Deren Präsident Hansi Pichler ergänzt: „IDM steht nicht nur für Innovationsförderung, sondern will auch selbst innovativ sein. Projekte wie dieses haben daher unsere uneingeschränkte Unterstützung.“ Eine breite institutionelle Zusammenarbeit, also, die für eines sorgen soll: frische Ideen auch im Sommer.