Tourismus

25 April 2017IDM

Barcamp Südtirol bringt Tourismusinteressierte und Internetaffine zusammen

E-Privacy, künstliche Intelligenz und Social Media verändern den Tourismussektor. Um zu überlegen, wie diesen Herausforderungen zu begegnen ist, und sich über mögliche Strategien auszutauschen, haben sich Hoteliers, IT-Experten und Marketingspezialisten im Kurhaus Meran zum Barcamp Südtirol 2017 getroffen.

Das Barcamp Südtirol 2017 mit der Thematik Web und neue Medien im Tourismus wurde von IDM Südtirol, der Kurverwaltung Meran und dem Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) organisiert und ist als kostenlose Plattform für Wissensaustausch für alle tourismusinteressierten und internetaffinen Teilnehmer gedacht. Als Location wurde ein typischer und authentischer Ort gewählt, nämlich das Kurhaus Meran. Die Kombination von moderner Technik und gemütlichen Räumlichkeiten unterstreichen das Konzept des Barcamps.

Neue Technologien im Südtiroler Tourismus

Wie lassen sich die neuesten Trends der digitalen Welt auf den Südtiroler Tourismus anwenden? Das war die grundlegende Frage, auf die an diesen zwei Tagen Antworten gesucht wurden. Das Barcamp Südtirol fand mittlerweile zum siebten Mal statt und verzeichnet steigende Teilnehmerzahlen. „Es waren zwei intensive Tage zum Thema neue Technologien: Wir haben gemeinsam versucht zu verstehen, wie diese jetzt und in Zukunft den Tourismus verändern und wie man damit umgehen kann“, fasst Patrick Ohnewein, verantwortlich für den Bereich Ecosystem ICT & Automation bei IDM, das Barcamp 2017 zusammen. Für die Auseinandersetzung mit diesen Themen, so Ohnewein, sei das Format des Barcamps ideal: Die Tourismus- und die IT-Welt begegnen sich hier in freien Diskussionen; Themenvorschläge werden allen präsentiert und die gemeinsam ausgewählten in parallelen Sessions vertieft. So sprach man etwa darüber, wie sich die neuen E-Privacy-Richtlinien der EU auf die Onlinemarketing-Strategien der einzelnen Destinationen in Südtirol auswirken werden, aber auch über soziale Netzwerke und Onlinewerbung. Zu diesem Thema erhielten die Teilnehmer etwa Einblick in die Aktionen, mit denen das Land Brandenburg potenzielle Gäste anspricht, erläutert durch den Verantwortlichen für die digitale Strategie Jan Hoffmann.

Wachsende Bedeutsamkeit digitaler Trends im Tourismus

„Auch bei der Kurverwaltung Meran arbeiten wir mit Multichannel-Marketing, also verschiedensten Kanälen“, erklärt deren Kommunikationsverantwortliche Sandy Kirchlechner. „Soziale Netzwerke sind ein unverzichtbares Element sowohl fürs Standort- als auch fürs Eventmarketing.“ Die Verwaltung der verschiedenen Social-Media-Kanäle von Twitter bis Instagram, unterstreicht Sandy Kirchlechner, sei eine Aufgabe, um die man sich täglich kümmern müsse.

Beim Barcamp in Meran ging es nicht nur um bekannte Themen wie Facebook & Co., sondern auch um neueste Entwicklungen wie Chatbots, eine Form der künstlichen Intelligenz, die Fragen beantworten kann. Bei IDM etwa wurde bereits der Prototyp eines Chatbots entwickelt, der Fragen zu Parkplätzen oder Restaurants in Südtirol beantwortet. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um über mögliche Vor- und Nachteile zu diskutieren, die solche Technologien für den Tourismusstandort Südtirol bereithalten.

Neuigkeiten wie diese werden von den Südtiroler Hoteliers und Gastwirten mit Interesse verfolgt: Sie informieren sich gern darüber, wie sie diese in ihrem Sektor anwenden können – auch durch Initiativen wie das Barcamp. Elmar Premstaller, Leiter der Abteilung IT und Onlinemarketing des Hoteliers- und Gastwirteverbands (HGV), stellt fest: „Diese Technologien ermöglichen den Hoteliers, Buchungen effizienter zu verwalten und ihre Gäste immer besser zu betreuen. Beispielweise werden Onlinebuchungen immer beliebter, weil Gäste gern schnell und unkompliziert ihr Zimmer reservieren.“

Was ist ein Barcamp?

Ein Barcamp besteht aus offenen, partizipativen Workshops in entspannter und lockerer Atmosphäre, deren Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern selbst bestimmt werden. Ein Barcamp besteht aus rund 20 bis 25 Diskussionsrunden, sogenannte Sessions. Alle Teilnehmer bereiten im Voraus eine eigene Session vor oder beteiligen sich in einer anderen Form an der Veranstaltung. Der zeitliche Ablauf der Sessions wird an dem Tag erstellt, an dem die Präsentationen gehalten werden. Alle Teilnehmer entscheiden gemeinsam, welche Themen präsentiert werden. Der Ersteller des Themas leitet die Thematik seiner Session mit einer 10 minütigen Präsentation ein, die restliche Zeit wird gemeinsam diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. "Wissen teilen um das eigene Wissen zu vermehren" ist das Leitmotiv!

Jeder, der etwas beitragen kann oder den Wunsch verspürt, von anderen zu lernen, ist auf einem Barcamp willkommen. Hier geht es vor allem darum, sich mit anderen Menschen auszutauschen. In einem offenen Umfeld, kann jeder Teilnehmer Fragen stellen und sich an Diskussionen beteiligen. Wenn du kommst, sei bereit, mit anderen Barcampern zu teilen. Wenn du gehst, sei bereit, mit der Welt zu teilen.

Was sind die Inhalte eines Tourismus-Barcamps?

Ein Tourismuscamp bietet einen sehr guten Rahmen, um sich über neue Entwicklungen rund um die Tourismusbranche zu informieren. Besonders das Thema Internet und elektronische Medien wird eine zentrale Rolle spielen. Der Barcamp-Rahmen bedeutet konzentrierte Information in kurzer Zeit sowie das Treffen von interessanten und interessierten Fachleuten und das alles auf eine unkomplizierte Art und in einer lockeren Atmosphäre. Für viele Touristiker ist es wichtig, sich intensiv mit neuen Themen und Ideen auseinanderzusetzen, um neue Produkte und Ansätze zu entwickeln. Das Tourismuscamp ist ideal dafür. Ein Tourismuscamp ist keine trockene Veranstaltung, sondern ein Treffen mit Leben.