Sport

3 Februar 2017IDM

Dolomiten und Hightech: Unternehmer erkunden Gröden – auf Skiern

Das Vertical Innovation Team hat zusammen mit innovativen Unternehmern das  technologische Herz Grödens unter die Lupe genommen und dabei auch die weltberühmte Saslong bezwungen – bergauf.

Dass die Wahl für die Business-Skitour der besonderen Art auf Gröden gefallen ist, hat einen einfachen Grund: hier zeigt man, dass Natur und Hightech kein Gegensatzpaar sind, sondern Hand in Hand gehen müssen, wenn man auf einen ebenso nachhaltigen wie qualitativ hochstehenden Tourismus setzt. Grüne Transportmittel sorgen dafür, dass man bequem vom Hotel auf die Pisten kommt, Schneekanonen neuester Generation dafür, dass dort die Unterlage passt, und Hotels der Extraklasse dafür, dass sich der Gast rundum wohlfühlt.

All diese Entwicklungen konnten die Teilnehmer des von IDM Südtirol organisierten „Vertical Up 4 Innovation“ unter die Lupe nehmen. „Wir haben Unternehmer und Sportler zu diesem Event eingeladen, um ihnen zu zeigen, wie sich die neuesten alpinen Technologien auf den Wintertourismus auswirken“, erklärt Alexia Demez, Investment Consulting & Promotion IDM, die die Entdeckungsreise durch das technologische Herz der Dolomiten angeführt hat. „Uns ist wichtig, dass die Unternehmer an der Entwicklung von Aufstiegsanlagen, Transportmitteln und Beschneiung sehen, wie man auf die Herausforderungen der globalen Erwärmung reagieren und den Qualitätstourismus sichern kann“, so Demez. Apropos Herausforderung: Am Ende von „Vertical Up 4 Innovation“ wurde die Weltcupstrecke auf der Saslong bezwungen – vom Ziel zum Start, allerdings…

Los ging’s indes weit komfortabler: vom Busbahnhof in St. Ulrich direkt zur Seceda-Bahn und hinauf auf 2500 Meter, und zwar mit Hilfe von la Curta, einem modernen und nachhaltigen Transportsystem. Untergebracht in einem Tunnel und bestehend aus Rolltreppen und Förderbändern verbindet la Curta St. Ulrich seit dem Jahr 2000 nicht nur mit den Aufstiegsanlagen, sondern auch mit den am Dorfrand gelegenen Wohnsiedlungen. Kein Wunder also, dass mittlerweile jährlich nicht weniger als eine Million Nutzer gezählt werden – Touristen und Grödner gleichermaßen.

Effizienz und Luxus: von den Schneekanonen von Demaclenko ins Hotel Sochers

Etappe Nummer zwei führte die Teilnehmer an der IDM-Tour zur Umlaufbahn Col Raiser, wo ein Treffen mit Mirco Demetz auf dem Programm stand. Demetz ist Exportverantwortlicher von Demaclenko, eines der weltweit führenden Hersteller von Beschneiungsanlagen. Von ihm gab’s zunächst einen Überblick über die Geschichte der technischen Beschneiung, die in Gröden in den 1970er-Jahren begann. Damals wurde eine erste Schneekanone angeschafft – Kostenpunkt: 70 Millionen Lire (umgerechnet ca. 35.000€) , eine Summe, die auch für den Kauf einer Wohnung gereicht hätte.

Weil Schneekanonen ab den 1980er-Jahren vom Band liefen, wurden sie zwar billiger, technisch allerdings auch immer ausgereifter. Dazu beigetragen hat auch die Gründung der Südtiroler Firma Demac im Jahr 1990, die zunächst den heimischen und die Schweiz als Zielmärkte vor Augen hatte, seit 2002 aber auch in Asien – etwa in China und Korea – Fuß gefasst hat. Nach der Krise von 2008 wird Demac 2011 in die Leitner-Gruppe eingegliedert. Durch den Kauf der Firma Lenko entsteht Demac-lenko, der mittlerweile zweitgrößte Hersteller von Beschneiungsanlagen weltweit (geschlagen nur von der ebenfalls Südtiroler Firma TechnoAlpin) mit einem Jahresumsatz von 52 Millionen Euro, 110 fixen Angestellten und 40 von Mai bis Weihnachten sowie einer Produktion von nicht weniger als 2200 Schneekanonen im Jahr.

Die Erfolgsgeschichte kommt nicht von ungefähr, wie Mirco Demetz erklärt: „Wir investieren rund sechs Prozent unseres Umsatzes in Forschung und Entwicklung, was es uns ermöglicht hat, die Produktionskosten um 20 Prozent und den Wasserverbrauch sogar um 80 Prozent zu senken“, so Demetz. So kostet heute eine Schneekanone noch rund 40.000 Euro und kann mit einem Kubikmeter Wasser 2,5 Kubikmeter Schnee erzeugen.

Diesen haben die Teilnehmer an „Vertical Up 4 Innovation“ genutzt, um auf Skiern von Col Raiser zur Ciampinoi und dort ins Hotel Sochers Ski & Spa zu gelangen. Das Hotel liegt auf 2000 Metern direkt an der Piste und hat den Langkofel im Blick. Erreicht werden kann es nur über den Ruacia-Sochers-Lift der Seilbahnen Saslong AG. Deren Präsident Claudio Riffeser gab den IDM-Gästen einen Einblick in das Unternehmerleben in Gröden und erläuterte auch die Phasen des Ausbaus des Hotels Sochers, der auch in den kommenden Jahren weitergehen wird. „Perfektion“, so Riffeser, „gibt es nur in Gedanken. Ein fertiges Bauwerk ist etwas Fixes, während die Schönheit in Richtung Unendlichkeit geht und keine Grenzen kennt. Deshalb entwickeln wir uns ständig weiter.“

Die Notwendigkeit, flexibel zu sein, um mit der Entwicklung Schritt zu halten, unterstrich auch IDM-Development-Direktor Hubert Hofer beim Networking während des Mittagessens. Für dieses hatte man sich eine kleine Hütte ausgesucht, die früher nur als Einkehrmöglichkeit während der Pisteninspektionen diente, heute aber für exklusive Privatevents genutzt wird. „Wir wissen, dass die Landschaft unser größtes Kapital ist“, so Hofer. „Und dieses Kapital gilt es, auch mit Hilfe moderne Technologie zu schützen, die uns einen Qualitätstourismus ermöglicht, der umweltbewusst und nachhaltig ist.“

Der Aufstieg: „Schwierigkeiten gibt’s hier wie im unternehmerischen Leben. Wichtig ist, dass man nicht aufgibt.“

Am Ende von „Vertical Up 4 Innovation“ stand schließlich eine sportliche Herausforderung der Extraklasse: die Teilnahme am ersten Vertical Up, einem Aufstiegsrennen über die weltberühmte Saslong. 3,5 Kilometer mit 839 Höhenmetern oder 2 Kilometer mit 590 Höhenmetern galt es zu bewältigen, bei einer maximalen Steigung von 56 Prozent und einer durchschnittlichen von 24,5 Prozent. Die Siegerzeit: fast unglaubliche 29 Minuten. Rainer Senoner, OK-Präsident der Weltcuprennen und damit auch des ersten Vertical Up, zeigte sich nach der Premiere hoch erfreut: „Wir hatten mehr als 250 Teilnehmer und einen Zuschauerandrang, der uns selbst verwundert hat“, so Senoner. „Und das Schönste ist: alle Teilnehmer sind mit einem Lächeln ins Ziel gekommen!“ Deshalb ist das erste auch sicher nicht das letzte Vertical Up in Gröden. „Angesichts des Erfolgs arbeiten wir jetzt schon an der nächsten Ausgabe“, so Senoner.

Dass die Bezwingung der Saslong von unten nach oben auch für die Teilnehmer der „Vertical Up 4 Innovation“ kein Pappenstiel war, liegt auf der Hand: „Das Vertical Up hält ähnliche Schwierigkeiten bereit wie das unternehmerische Leben“, so Nicola De Coppi, eCommerce Project Manager von Alpenite, einem Start-up, das eine App für Tourismusdienstleistungen auf den Markt gebracht hat. „Von der Idee zur Realisierung sind schließlich auch etliche Hürden zu überwinden. Wichtig ist, dass man nicht aufgibt.“